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Nießbrauchrecht

Nießbrauchrecht

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Den Begriff Nießbrauchrecht hört man meist in Zusammenhang mit einer Schenkung. Dabei wird er aber oft mit dem Wohnrecht verwechselt. Was ist der Unterschied? Hat jemand Wohnrecht an einer Immobilie, dann hat er somit das Recht, die Immobilie mitzubenutzen. Das Nießbrauchrecht geht noch weiter. Der Begünstigte kommt dabei in den Vorteil des „Fruchtgenusses“. Das bedeutet, der Nutznießer darf Früchte daraus ziehen, also die Immobilie nicht nur selbst bewohnen, sondern auch an Dritte vermieten. Das Nießbrauchrecht kann aber nicht nur bei Immobilien eingesetzt werden, sondern ebenfalls bei Fahrzeugen, Firmen und mehr.

Wie wird der Nießbrauch vereinbart?

Es muss eine offizielle Einigung zwischen Eigentümer und Nutznießer stattfinden. Ein Notar beurkundet diese und veranlasst den Eintrag ins Grundbuch. Unter „Belastungen und Beschränkungen“ wird das Recht in die Abteilung II des Grundbuchs eingetragen. Dort wird auch das Wohnrecht, Wegerechte und ähnliches vermerkt.

Welche Formen von Nießbrauch gibt es?

  • Vorbehaltsnießbrauch: Diese Form besagt, dass bei einer Eigentumsübertragung der bisherige Eigentümer zum Nutznießer wird.
  • Nachrangiger Nießbrauch: Hier geht das Nießbrauchrecht bei dem Tod des Nutznießers auf einen nachrangigen Dritten über.
  • Quotennießbrauch: Das Quotennießbrauchrecht beschränkt sich auf einen Teil des übertragenen Gegenstandes, beispielsweise auf einen Abschnitt eines Grundstückes.
  • Bruchteilsnießbrauch: Diese Form tritt am häufigsten bei Mehrfamilienhäusern mit mehreren Eigentümern auf, da sich hierbei der Nießbrauch nur auf einen Miteigentumsanteil bezieht.
  • Zuwendungsnießbrauch: Hierbei hat der Nutznießer das Recht auf Einkünfte aus der Vermietung oder Verpachtung.

Welche Rechte und Pflichten haben Eigentümer und Nutznießer?

  • Verkauf: Der Nießbrauchsberechtigte darf die Immobilie nicht veräußern. Dies bleibt dem Eigentümer vorbehalten.
  • Unterhalt: Der Erhalt und die Bewirtschaftung liegen in der Verantwortung des Nutznießers. Für Modernisierungen und Instandhaltungsmaßnahmen muss allerdings der Eigentümer aufkommen.
  • Versicherung: Für eine Versicherung der übertragenen Sache muss der Nutznießer aufkommen.

Die Problematik eines Nießbrauchrechtes

Bei einem Verkauf einer Immobilie mit eingetragenem Nießbrauch hat der neue Eigentümer den Nachteil, dass das Nießbrauchrecht beim Verkauf bestehen bleibt. Der neue Eigentümer erhält also weder Erträge, noch kann er die Immobilie nutzen. Der bisherige Eigentümer kann jedoch bei einer Einigung mit dem Nutznießer die Aufhebung des Nießbrauchrechts im Grundbuch veranlassen.

Steuerliche Vorteile durch ein Nießbrauchrecht

Inwiefern kann ein Nießbrauchrecht steuerliche Vorteile bringen? Übertragen Eltern beispielsweise an Ihre Kinder die Immobilie und vereinbaren ein Nießbrauchrecht, wird der Kapitalwert des Nießbrauchrechtes von der Schenkungssteuer abgezogen. Das Finanzamt muss zudem das Lebensalter des Nießbrauchberechtigten berücksichtigen.

Wie berechnet sich der Kapitalwert des Nießbrauchrechtes? Es hängt von dem Geschlecht und Alter des Nutznießers ab, da die voraussichtliche Dauer des Nießbrauchrechtes gleichzeitig die Lebenserwartung ist. Außerdem hängt der Wert maßgeblich von den möglichen Mieteinnahmen ab.

Das Ende des Nießbrauchrechtes

Das Ende des Nießbrauchrechts wird ohne ein vorher vereinbartes Rückforderungsrecht durch den Tod des Nutznießers markiert. Das Rückforderungsrecht bietet den Beteiligten die Möglichkeit, vertraglich bestimmte Gründe zu vereinbaren, durch die das Nießbrauchrecht wegfällt. Ein Vererben des Nießbrauchrechtes ist nicht möglich.

Sie wollen Ihre Immobilie verkaufen auf der ein Nießbrauchrecht liegt? Wir beraten Sie gerne zu Ihren Möglichkeiten und beantworten Ihnen Fragen. Kontaktieren Sie uns für ein persönliches Beratungsgespräch mit uns, den kompetenten Immobilienmaklern der Immobilien-Arena.

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